Aktuelle Entwicklung der wirtschaftlichen Stimmung im Mittelstand
Zum Jahresende 2025 zeigt sich im Mittelstand ein ernüchterndes Bild. Das von KfW Research in Zusammenarbeit mit dem ifo Institut erhobene Mittelstandsbarometer verdeutlicht, dass die Geschäftsstimmung kleiner und mittlerer Unternehmen erneut leicht gefallen ist. Der Gesamtindex sank im Dezember um 0,5 Punkte auf minus 15, eine Marke, die weiterhin deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt liegt. Dies signalisiert, dass die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe im Inland gedrückt bleibt, trotz stabiler Beschäftigungserwartungen und einzelner Lichtblicke in bestimmten Branchen.
Das Geschäftsklima wird aus der Einschätzung der aktuellen Lage und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate gebildet. Während einige Unternehmen über eine leicht verbesserte momentane Situation berichten, überwiegt zunehmend die Skepsis hinsichtlich der konjunkturellen Perspektive. Besonders Dienstleistungsbetriebe und der Einzelhandel spüren die Zurückhaltung der Kundschaft und die anhaltend hohe Kostenbelastung durch Energie, Personal und Finanzierung.
Branchenunterschiede und strukturelle Herausforderungen
Die beobachtete Abwärtsbewegung im Mittelstandsbarometer betrifft nicht alle Bereiche in gleichem Maße. Besonders der Dienstleistungssektor verzeichnet einen deutlichen Rückgang der Geschäftserwartungen, obwohl die aktuelle Lage noch vergleichsweise stabil bewertet wird. Für viele kleinere Dienstleister, wie zum Beispiel Steuerberatungen, IT-Dienstleister oder Pflegedienste, stellt die Kombination aus steigenden Kosten und einer schwächeren Nachfrage derzeit eine besondere Herausforderung dar. Im Einzelhandel schlägt sich die deutlich getrübte Stimmung vermutlich auch in enttäuschenden Ergebnissen des Weihnachtsgeschäfts nieder. Dies zeigt, dass Konsum und Investitionsfreude gleichermaßen unter den makroökonomischen Unsicherheiten leiden.
In der Industrie sind die Folgen des sogenannten China-Schocks besonders spürbar. Die nachlassende Nachfrage aus Asien trifft exportstarke Mittelständler hart, die bereits unter Lieferkettenproblemen und schwankenden Energiepreisen leiden. Im Bauhauptgewerbe hingegen zeichnet sich eine leichte Erholung ab, was insbesondere auf die Nachfrage nach Sanierungen und Modernisierungen im Bestand zurückzuführen ist. Diese differenzierte Entwicklung macht deutlich, dass eine pauschale Einschätzung des Mittelstands nur bedingt hilfreich ist – vielmehr gilt es, branchenspezifisch auf die jeweiligen Rahmenbedingungen zu reagieren.
Beschäftigung, Finanzierung und Vertrauen als Schlüsselthemen
Ein bemerkenswerter Aspekt der aktuellen Erhebung liegt in der relativen Stabilität der Beschäftigungserwartungen kleiner und mittlerer Unternehmen. Während viele Großunternehmen bereits Stellenstreichungen in Erwägung ziehen, versuchen Mittelständler ihre Fachkräfte zu halten. Der Fachkräftemangel wirkt sich hier stabilisierend aus, auch wenn steigende Lohnkosten zunehmend Belastungspotenzial entfalten. Besonders im Pflege- und Gesundheitsbereich, aber auch in der IT-Branche, bleibt der Bedarf an qualifiziertem Personal hoch. Dennoch ist der Spielraum für Lohnerhöhungen begrenzt, was tarifliche Anpassungen und flexible Vergütungsmodelle erforderlich macht.
Finanzierungsseitig bleibt die Situation angespannt. Die Zinswende hat Darlehen deutlich verteuert, und viele Mittelständler kämpfen mit einer gestiegenen Kapitalbindung im Vorratsvermögen. Hohe Refinanzierungskosten erschweren zudem Investitionen in neue Verwaltungs- und Produktionsprozesse. Gerade in dieser Lage ist es entscheidend, interne Effizienzpotenziale zu nutzen. Unternehmen, die ihre Buchhaltungs- und Controllingprozesse digitalisiert und automatisiert haben, können Veränderungen schneller erkennen und steuerlich vorausschauender reagieren. So wird Digitalisierung nicht nur als Technikthema, sondern als Steuerungsinstrument verstanden, das wirtschaftliche Resilienz fördert.
Ausblick und Handlungsoptionen für Unternehmen
Obwohl die wirtschaftlichen Perspektiven derzeit eingetrübt erscheinen, rechnen Ökonomen weiterhin mit einer leichten wirtschaftlichen Erholung im Laufe des Jahres 2026. Wichtig ist, dass Unternehmen die Übergangsphase strategisch nutzen: durch Optimierung interner Abläufe, Sicherung der Liquidität und die Stärkung des Vertrauens der Belegschaft. Es gilt, sowohl konjunkturelle Risiken als auch strukturelle Veränderungen im Blick zu behalten. Dazu gehört etwa die Vorbereitung auf mögliche Veränderungen in der Steuer- und Regulierungspolitik, die Anpassung der Finanzierung an einen weiterhin erhöhten Zinsniveaukontext sowie die frühzeitige Nutzung staatlicher Förderprogramme für digitale und nachhaltige Investitionen.
Langfristig wird sich zeigen, dass jene Betriebe am robustesten durch ungewisse Zeiten kommen, die flexible Strukturen, transparente Finanzprozesse und eine datengestützte Entscheidungsbasis aufgebaut haben. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen zahlt sich jetzt eine konsequent digital aufgestellte Buchführung und Kostenkontrolle aus. Unsere Kanzlei unterstützt Mandanten aus dem Mittelstand bei der Prozessoptimierung in der Buchhaltung und der Digitalisierung administrativer Abläufe. Durch praxisorientierte Lösungen und betriebswirtschaftlich fundierte Beratung helfen wir, Effizienzpotenziale zu heben und langfristig erhebliche Kostenersparnisse zu realisieren.
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