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Internationales

Importpreise 2026: Folgen für Einkauf, Kalkulation, Liquidität

Ein Artikel von der Intelligent Accounting Steuerberatungsgesellschaft Kassel

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Importpreise 2026: Was der starke Anstieg für Unternehmen bedeutet

Die Importpreise sind im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,8 Prozent gestiegen. Gegenüber April 2026 lag der Zuwachs bei 0,7 Prozent. Damit wurde der stärkste Anstieg seit Dezember 2022 erreicht. Für Unternehmen ist diese Entwicklung weit mehr als eine statistische Randnotiz. Sie wirkt unmittelbar auf Einkaufspreise, Margen, Angebotskalkulationen und die kurzfristige Liquiditätsplanung. Besonders relevant ist das für kleine und mittelständische Unternehmen, die einen spürbaren Anteil ihrer Vorprodukte, Rohstoffe oder Energie indirekt oder direkt aus dem Ausland beziehen.

Der Begriff Importpreis bezeichnet das Preisniveau der nach Deutschland eingeführten Waren. Er wird über einen Importpreisindex abgebildet, also eine statistische Kennzahl, die Preisveränderungen über die Zeit messbar macht. Für die betriebliche Praxis ist dieser Index ein Frühindikator. Steigen Importpreise deutlich, erhöht sich oft mit zeitlicher Verzögerung auch der Kostendruck in Produktion, Handel und Dienstleistung. Das betrifft nicht nur Industrieunternehmen, sondern ebenso Großhändler, Onlinehändler, Handwerksbetriebe, Lebensmittelverarbeiter oder Pflegeeinrichtungen mit energieintensiven Betriebsabläufen.

Bemerkenswert ist, dass sich die Preisdynamik im Frühjahr 2026 deutlich beschleunigt hat. Nach 2,3 Prozent im März und 5,3 Prozent im April stieg die Jahresveränderung im Mai auf 6,8 Prozent. Unternehmen sollten solche Bewegungen nicht isoliert betrachten. Entscheidend ist die Frage, welche Warengruppen den Anstieg treiben und ob sich daraus dauerhafte Belastungen für die eigene Kostenstruktur ergeben.

Vorleistungsgüter und Energie treiben die Einfuhrpreise besonders stark

Den größten Einfluss auf die Importpreisentwicklung hatten im Mai 2026 Vorleistungsgüter und Energie. Vorleistungsgüter sind Güter, die im Unternehmen weiterverarbeitet oder zur Leistungserstellung eingesetzt werden, etwa Metalle, chemische Erzeugnisse oder Düngemittel. Die Preise für diese Güter lagen 10,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Energie verteuerte sich sogar um 37,2 Prozent.

Bei den Vorleistungsgütern fielen insbesondere Nicht Eisen Metalle und Halbzeug mit einem Anstieg von 30,3 Prozent auf. Edelmetalle und deren Halbzeug lagen sogar 46,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen waren mit 31,4 Prozent deutlich teurer. Für Unternehmen mit materialintensiver Produktion oder enger Preisbindung an den Weltmarkt sind das erhebliche Kostensignale. Das gilt etwa für Maschinenbauer, metallverarbeitende Betriebe, Bauzulieferer oder spezialisierte Produktionsunternehmen.

Noch gravierender sind die Energieeffekte. Erdöl verteuerte sich im Vorjahresvergleich um 59,3 Prozent, Mineralölerzeugnisse um 57,3 Prozent, elektrischer Strom um 44,1 Prozent, Steinkohle um 12,7 Prozent und Erdgas um 10,4 Prozent. Im Monatsvergleich zeigte sich vor allem bei elektrischem Strom ein erheblicher Anstieg um 25,5 Prozent. Solche Ausschläge wirken sich nicht nur auf direkt energieintensive Unternehmen aus. Sie erhöhen auch Transportkosten, Lagerkosten, Kühlkosten und die Kosten externer Dienstleister. Damit steigen die Belastungen entlang ganzer Lieferketten.

Wichtig für die betriebliche Einordnung ist zudem der Blick auf den Importpreisindex ohne Energie. Auch ohne Energiepreise lagen die Importpreise noch 3,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Selbst wenn nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse ausgeklammert werden, betrug der Anstieg 4,2 Prozent. Das zeigt, dass der Preisauftrieb nicht allein auf einzelne Energieträger zurückzuführen ist, sondern breiter in den importierten Kostenstrukturen verankert ist.

Preisrückgänge bei Agrargütern und Konsumgütern schaffen nur begrenzte Entlastung

Neben den starken Verteuerungen gab es im Mai 2026 auch Warengruppen mit rückläufigen Importpreisen. Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Durchschnitt 5,5 Prozent günstiger als im Vorjahr. Rohkakao lag 48,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau, lebende Schweine 26,5 Prozent und Rohkaffee 15,4 Prozent. Auch Getreide war günstiger als im Mai 2025. Gleichzeitig gab es bei einzelnen Produkten gegenläufige Bewegungen, etwa bei Tomaten, die im Vorjahresvergleich 20,0 Prozent teurer waren.

Importierte Konsumgüter verbilligten sich insgesamt um 1,3 Prozent. Nahrungsmittel lagen 6,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Deutliche Preisrückgänge zeigten sich etwa bei Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl, bei Frucht und Gemüsesäften, bei Schweinefleisch sowie bei Milch und Milcherzeugnissen. Für Unternehmen aus dem Lebensmittelhandel, der Gastronomie oder der Weiterverarbeitung kann das punktuell entlastend wirken. Allerdings gleichen diese Rückgänge die Belastungen aus Energie und Vorleistungen regelmäßig nicht vollständig aus, vor allem wenn gleichzeitig Logistik, Verpackung oder Finanzierungskosten steigen.

Für die Praxis folgt daraus, dass Unternehmen ihre Warengruppen differenziert analysieren sollten. Eine pauschale Einschätzung nach dem Motto Einkauf wird teurer oder Einkauf wird günstiger greift zu kurz. Gerade in kleineren Unternehmen fehlt oft die Transparenz, welche Artikelgruppen und Lieferanten den Margendruck tatsächlich verursachen. Wer seine Kostenentwicklung nur über die Gesamtsumme des Materialaufwands beobachtet, erkennt kritische Preisverschiebungen häufig zu spät.

Exportpreise, Kalkulation und Liquiditätsplanung jetzt aktiv steuern

Auch die Exportpreise sind im Mai 2026 gestiegen, und zwar um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Besonders stark wirkten Vorleistungsgüter mit plus 5,6 Prozent und Energie mit plus 33,6 Prozent. Investitionsgüter verteuerten sich um 1,7 Prozent. Für exportorientierte Unternehmen kann das auf den ersten Blick positiv erscheinen, weil höhere Ausfuhrpreise grundsätzlich Spielraum bei der Weitergabe gestiegener Kosten schaffen. In der Realität hängt der Nutzen jedoch stark von Marktstellung, Vertragsgestaltung und Wettbewerbsintensität ab.

Unternehmen sollten daher ihre Kalkulationen engmaschig überprüfen. Wer mit längerfristigen Preisbindungen arbeitet, etwa im Projektgeschäft, im B2B Handel oder bei Ausschreibungen, trägt ein erhöhtes Risiko von Margenverlusten. Das gilt insbesondere dann, wenn Angebote auf historischen Einkaufspreisen basieren. Sinnvoll ist es, Preisgleitklauseln sorgfältig zu prüfen und bei Neuverträgen wirtschaftlich tragfähige Anpassungsmechanismen zu verankern. Eine Preisgleitklausel ist eine vertragliche Regelung, mit der Preise bei bestimmten Kostenveränderungen angepasst werden können.

Ebenso wichtig ist die Liquiditätsplanung. Wenn Importpreise steigen, erhöht sich regelmäßig der gebundene Kapitalbedarf im Umlaufvermögen. Das Umlaufvermögen umfasst unter anderem Vorräte, Forderungen und liquide Mittel, die dem laufenden Geschäftsbetrieb dienen. Teurere Einkäufe führen bei unveränderten Bestellmengen zu höheren Lagerwerten und oft auch zu mehr Vorfinanzierungsbedarf. Für kleine Unternehmen und den Mittelstand kann das schnell zu Engpässen führen, selbst wenn die Auftragslage stabil bleibt.

Empfehlenswert ist deshalb eine engere Verzahnung von Einkauf, Controlling und Finanzbuchhaltung. Wer Preisänderungen zeitnah in der Warenwirtschaft erfasst, Deckungsbeiträge regelmäßig auswertet und Zahlungsströme vorausschauend plant, kann früher reagieren. Das betrifft auch die Überprüfung von Mindestbeständen, Lieferantenkonzentrationen und alternativen Beschaffungswegen. Gerade in volatilen Marktphasen entscheidet nicht nur der günstigste Preis, sondern die Gesamtstabilität der Lieferkette.

Unterm Strich zeigen die aktuellen Import und Exportpreise, dass Unternehmen ihre Kostensteuerung 2026 noch stärker datenbasiert und prozessorientiert aufstellen sollten. Wer Preisentwicklungen früh erkennt und sauber in Kalkulation, Finanzierung und Reporting überführt, verbessert seine Handlungsfähigkeit spürbar. Wir unterstützen kleine und mittelständische Unternehmen dabei, genau diese Transparenz in der Buchhaltung aufzubauen und digitale Prozesse so zu optimieren, dass erhebliche Kostenersparungen realisierbar werden. Unsere Kanzlei begleitet Mandanten verschiedenster Branchen mit einem klaren Fokus auf Digitalisierung, effiziente Abläufe und belastbare betriebswirtschaftliche Steuerung im Mittelstand.

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