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Internationales

Importe aus China 2026: Folgen für Einkauf und Kalkulation

Ein Artikel von der Intelligent Accounting Steuerberatungsgesellschaft Kassel

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Importe aus China 2026: Was die aktuellen Zahlen für Unternehmen bedeuten

Die deutschen Importe aus China haben im Zeitraum Januar bis Mai 2026 mit 72,4 Milliarden Euro ein hohes Niveau erreicht und lagen damit um 6,2 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Für Unternehmen in Deutschland ist diese Entwicklung weit mehr als eine reine Außenhandelszahl. Sie zeigt, wie stark viele Lieferketten, Einkaufsentscheidungen und Kalkulationsmodelle weiterhin von chinesischen Vorprodukten, Technologiekomponenten und Konsumgütern abhängen. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen, für Onlinehändler, industrielle Zulieferer sowie Betriebe mit hohem Technikbedarf ist diese Entwicklung wirtschaftlich unmittelbar relevant.

Besonders aussagekräftig ist, dass China importseitig Deutschlands wichtigster Handelspartner bleibt. Gleichzeitig sind die deutschen Exporte nach China im selben Zeitraum deutlich auf 29,6 Milliarden Euro gesunken. Dadurch ist der Importüberschuss, also der Betrag, um den die Einfuhren die Ausfuhren übersteigen, auf 42,8 Milliarden Euro gestiegen. Für den Unternehmensalltag bedeutet das vor allem eines: Die Abhängigkeit von chinesischen Bezugsquellen bleibt hoch, während sich Absatzchancen in China nicht in gleichem Maße entwickeln.

Im Mai 2026 lagen die Importe aus China bei 14,0 Milliarden Euro und damit nochmals über dem Vorjahresmonat. Das unterstreicht, dass es sich nicht nur um einen kurzfristigen Sondereffekt handelt. Vielmehr spricht vieles für eine stabile, wenn auch risikobehaftete Importstruktur. Für Geschäftsleitungen, Einkaufsverantwortliche und Finanzverantwortliche ist deshalb entscheidend, diese Entwicklung nicht isoliert zu betrachten, sondern mit Preisbildung, Liquiditätsplanung und Lagerstrategie zu verknüpfen.

Lieferketten mit China: Wo die Abhängigkeiten besonders groß sind

Die Importstruktur macht deutlich, in welchen Bereichen deutsche Unternehmen besonders eng mit China verbunden sind. Zu den wichtigsten Importgütern zählten in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 Datenverarbeitungsgeräte sowie elektrische und optische Erzeugnisse im Wert von 20,2 Milliarden Euro. Es folgten elektrische Ausrüstungen mit 14,3 Milliarden Euro und Maschinen mit 6,4 Milliarden Euro. Diese Warengruppen betreffen nicht nur den klassischen Großhandel oder die Industrie. Sie spielen auch für Handwerksbetriebe, medizinische Einrichtungen, Pflegeunternehmen mit technischer Ausstattung, E Commerce Unternehmen und Dienstleister mit digitaler Infrastruktur eine erhebliche Rolle.

Hinzu kommt die hohe Marktbedeutung einzelner Produktgruppen. Ein sehr großer Anteil der nach Deutschland importierten tragbaren Computer, Smartphones und Lithium Ionen Akkus stammt aus China. Auch bei Personenkraftwagen mit Elektromotor sowie bei Fotoelementen für die Photovoltaiktechnik ist der chinesische Anteil hoch. Für Unternehmen, die auf IT Ausstattung, mobile Endgeräte, Batteriespeicher, Solartechnik oder elektrotechnische Komponenten angewiesen sind, ist das ein klares Signal. Einkaufspreise, Lieferzeiten und technische Verfügbarkeit hängen in diesen Bereichen stark von der Entwicklung der Handelsbeziehungen, der Logistik und der Produktionslage in China ab.

Gerade mittelständische Unternehmen unterschätzen häufig, wie tief diese Abhängigkeit in die eigene Wertschöpfung hineinreicht. Nicht nur direkt importierte Ware ist betroffen. Auch in Deutschland bezogene Maschinen, Geräte oder Baugruppen enthalten oft Vorprodukte aus China. Dadurch können Preissteigerungen oder Lieferverzögerungen zeitversetzt auf scheinbar inländische Beschaffungsvorgänge durchschlagen. Wer belastbare Einkaufsentscheidungen treffen will, sollte deshalb nicht nur den unmittelbaren Lieferanten betrachten, sondern möglichst auch die vorgelagerte Beschaffungskette verstehen.

Außenhandel und Kalkulation: Welche Risiken jetzt in den Fokus rücken

Steigende Importe sind für sich genommen nicht negativ. Sie können Ausdruck einer stabilen Nachfrage, wettbewerbsfähiger Beschaffung oder technologischer Spezialisierung sein. Für die betriebliche Praxis kommt es jedoch darauf an, die daraus entstehenden Risiken sauber zu steuern. Ein zentrales Thema ist die Kalkulation. Wenn Schlüsselkomponenten aus China bezogen werden, können schon moderate Veränderungen bei Einkaufspreisen, Frachtkosten oder Wechselkursen die Marge erheblich beeinflussen. Das gilt besonders für Unternehmen mit knappen Deckungsbeiträgen, langen Angebotsbindungsfristen oder festen Preisvereinbarungen gegenüber ihren Kunden.

Ein weiteres Risiko liegt in der Konzentration auf einzelne Bezugsquellen. Je höher der Anteil Chinas an bestimmten Produktgruppen ist, desto größer ist die Anfälligkeit für Störungen durch geopolitische Spannungen, regulatorische Eingriffe, Verzögerungen in Häfen oder Engpässe bei Transportkapazitäten. Auch wenn die aktuellen Zahlen vor allem den Warenwert und nicht die Störanfälligkeit zeigen, lassen sie doch erkennen, an welchen Stellen deutsche Unternehmen besonders sensibel reagieren müssen.

Für exportorientierte Unternehmen kommt hinzu, dass die rückläufigen deutschen Ausfuhren nach China auf eine veränderte Marktdynamik hindeuten. Besonders auffällig ist der Rückgang bei Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen. Diese Warengruppe war bis 2024 das wichtigste Exportgut nach China. Im Zeitraum Januar bis Mai 2026 sanken die Exporte in diesem Bereich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26,1 Prozent. Bereits 2025 war der Exportwert hier deutlich zurückgegangen. Für Automobilzulieferer, Maschinenbauer und technologieorientierte Mittelständler ist das ein Hinweis darauf, dass Absatzmodelle mit hoher China Exponierung kritisch überprüft werden sollten.

Finanzinstitute und kreditgebende Stellen werden diese Entwicklung ebenfalls genau beobachten. Denn eine starke Importabhängigkeit bei gleichzeitig rückläufigen Exportchancen kann sich auf Lagerfinanzierung, Working Capital und die Bonitätsbeurteilung auswirken. Working Capital bezeichnet das im operativen Geschäft gebundene Kapital, insbesondere in Vorräten, Forderungen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Wenn Unternehmen höhere Lagerbestände als Sicherheitsreserve aufbauen oder teurere Beschaffungsalternativen vorfinanzieren müssen, steigt regelmäßig auch der Finanzierungsbedarf.

Praxis für Mittelstand und Handel: So sollten Unternehmen jetzt reagieren

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die wichtigste Konsequenz nicht der reflexhafte Rückzug aus China, sondern eine strukturierte Risikosteuerung. Unternehmen sollten zunächst prüfen, welche Warengruppen, Materialien und technischen Komponenten in besonderem Maße von chinesischen Importen abhängen. Anschließend ist zu bewerten, wie stark sich Preisänderungen oder Lieferverzögerungen auf die eigene Leistungserbringung auswirken. Erst auf dieser Grundlage lassen sich sinnvolle Maßnahmen entwickeln, etwa in der Beschaffung, in der Lagerpolitik oder in der Vertragsgestaltung.

Für Onlinehändler bedeutet das vor allem, Sortimente, Lieferzeiten und Preisstrategien eng an die tatsächliche Verfügbarkeit anzupassen. Für Industrieunternehmen steht eher die Versorgungssicherheit bei Vorprodukten und Baugruppen im Vordergrund. Unternehmen im Bereich Energie, Gebäudetechnik oder Mobilität sollten zusätzlich die starke Bedeutung chinesischer Importe bei Batterien, Elektromobilität und Photovoltaik einbeziehen. Auch Dienstleistungsunternehmen können betroffen sein, wenn ihre digitale Infrastruktur auf importierten Geräten und Systemen basiert.

Ebenso wichtig ist eine saubere Datenbasis im Rechnungswesen. Wer Beschaffungsrisiken früh erkennen will, benötigt aktuelle Auswertungen zu Wareneinsatz, Lieferantenkonzentration, Lagerreichweite und Margenentwicklung. Gerade im Mittelstand zeigt sich häufig, dass diese Informationen zwar grundsätzlich vorhanden sind, aber nicht in einer Form aufbereitet werden, die schnelle Entscheidungen ermöglicht. Hier liegt ein erheblicher Hebel für bessere Steuerung, mehr Transparenz und geringere Kosten.

Im Ergebnis zeigen die aktuellen Außenhandelszahlen, dass China für die deutsche Wirtschaft und für viele einzelne Unternehmen ein zentraler Beschaffungsmarkt bleibt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Einkauf, Finanzierung und betriebliche Planung. Wer seine Lieferketten, Kalkulationen und Datenflüsse jetzt systematisch überprüft, kann Risiken besser begrenzen und Spielräume im Wettbewerb sichern. Dabei unterstützen wir kleine und mittelständische Unternehmen mit einem klaren Fokus auf Digitalisierung, effiziente Buchhaltungsprozesse und nachhaltige Prozessoptimierung, wodurch sich in der Praxis regelmäßig erhebliche Kostenersparungen erzielen lassen.

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