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Digitalisierung

Frauen in der Geschäftsführung im Mittelstand: Zahlen 2025

Ein Artikel von der Intelligent Accounting Steuerberatungsgesellschaft Kassel

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Frauen in der Geschäftsführung im Mittelstand: Einordnung 2025

Für viele kleine und mittlere Unternehmen ist die Besetzung der Unternehmensspitze längst nicht nur eine Frage der Personalpolitik, sondern ein strategischer Faktor für Wachstum, Nachfolge, Arbeitgeberattraktivität und Finanzierung. Die aktuellen Zahlen zeigen für 2025 eine leichte Trendwende: In Deutschland wurden rund 16 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen von einer Frau geführt. Das entspricht etwa 621.000 Unternehmen bei insgesamt rund 3,87 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen. Im Vorjahr lag der Anteil bei 14,3 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2003. Zugleich bleibt festzuhalten, dass das bisherige Hoch im Jahr 2022 mit 19,7 Prozent deutlich höher lag als der aktuelle Wert.

Für die Praxis ist diese Entwicklung aus zwei Gründen besonders relevant. Erstens zeigt sie, dass sich die Repräsentanz von Frauen an der Spitze mittelständischer Unternehmen zwar bewegen kann, aber nicht stabil nach oben verläuft. Zweitens ist die Unternehmensführung im Mittelstand häufig eng mit Eigentum, Haftung und operativer Verantwortung verbunden, sodass Veränderungen in der Führungskultur und im Zugang zu Führung nicht isoliert betrachtet werden können, sondern immer auch mit Organisation, Ressourcen, Arbeitsmodellen und Governance-Strukturen zusammenhängen.

Wichtig ist zudem die Abgrenzung der betrachteten Rollen. Wenn von einer „Chefin“ gesprochen wird, geht es um die Spitze des Unternehmens, also beispielsweise Geschäftsführung, Vorstand oder Inhaberschaft. Davon zu unterscheiden sind „Führungspositionen über alle Ebenen“, zu denen auch Team-, Abteilungs- oder Bereichsleitung zählen. Diese Differenzierung ist in der praktischen Diskussion entscheidend, weil Maßnahmen zur Förderung von Führung auf der mittleren Ebene nicht automatisch dazu führen, dass sich die Spitze in gleichem Tempo verändert.

Frauen in Führungspositionen: Warum der Mittelstand differenziert betrachten muss

Der leichte Aufwärtstrend an der Unternehmensspitze steht im Kontrast zur Entwicklung bei weiblichen Führungskräften über alle Hierarchieebenen hinweg. 2025 waren 34,3 Prozent der Managementpositionen im Mittelstand weiblich besetzt, nachdem es im Vorjahr noch 35,6 Prozent und 2023 sogar 40,0 Prozent waren. Diese rückläufige Quote ist für Unternehmerinnen und Unternehmer ebenso wie für Steuerberatende und Finanzinstitutionen ein Signal, genauer hinzusehen: Wenn der Anteil weiblicher Führungskräfte in der Breite sinkt, kann das mittelfristig auch die Pipeline für die Besetzung der Unternehmensspitze schwächen, etwa bei Nachfolge- oder Wachstumsphasen.

Gleichzeitig ist die wirtschaftliche Bedeutung frauengeführter mittelständischer Unternehmen nicht zu unterschätzen. Frauengeführte Mittelständler beschäftigen rund 3,3 Millionen Menschen und erzielen insgesamt 435 Milliarden Euro Umsatz. Auch wenn diese Größenordnungen seit Jahren eher seitwärts verlaufen, wird damit deutlich, dass das Thema nicht nur gesellschaftspolitisch, sondern auch volkswirtschaftlich und finanzwirtschaftlich relevant ist. Für Banken und Förderinstitutionen hat das unmittelbare Implikationen bei Beratung, Rating und Produktgestaltung, beispielsweise wenn es um Investitionen in Digitalisierung, Fachkräftesicherung oder die Stabilisierung von Dienstleistungsunternehmen geht.

Ein zentraler Hebel für mehr Frauen in Führungspositionen wird in einer weiteren Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Frauen gesehen. In der Unternehmenspraxis lässt sich daraus ableiten, dass Personalstrategien, die Vereinbarkeit und planbare Karrierepfade unterstützen, nicht nur „weiche“ Faktoren sind, sondern mittelfristig die Verfügbarkeit von Führungskräften beeinflussen. Gerade im Mittelstand, in dem Führung häufig stark operativ geprägt ist, spielen belastbare Stellvertretungsmodelle, klare Verantwortlichkeiten und skalierbare Prozesse eine Schlüsselrolle, um Führung auch unter Teilzeit- oder hybriden Arbeitsmodellen zu ermöglichen.

Branchenschwerpunkte und Unternehmensgröße: Was die Zahlen für kleine Unternehmen bedeuten

Besonders auffällig ist die Branchenverteilung: 88 Prozent aller Unternehmen mit einer Chefin entfallen auf Dienstleistungsunternehmen. Überdurchschnittlich sichtbar ist weibliche Unternehmensführung insbesondere im Gastgewerbe, in Teilen des stationären Einzelhandels, im Tourismus und bei körpernahen Dienstleistungen. Diese Branchen sind oft durch hohe Taktung, geringe Margen, stark schwankende Auslastung sowie hohe Anforderungen an Personaldisposition und Liquiditätssteuerung geprägt. Daraus folgt: Wer in diesen Segmenten führt, braucht meist früh eine sehr stringente Organisation, damit operative Belastung nicht dauerhaft zum Engpass wird.

Ebenso prägend ist die Unternehmensgröße. 84 Prozent der frauengeführten Unternehmen sind Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten. Auf größere Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden entfallen nur rund 6.000 Chefinnen, damit gehört nur etwa ein Prozent der frauengeführten Mittelständler zu dieser Größenklasse. In der Praxis bedeutet das, dass viele Diskussionen über Frauen in der Unternehmensspitze im Mittelstand eigentlich Diskussionen über Kleinstunternehmen sind, also Betriebe, in denen Inhaberschaft, Management und oft auch Facharbeit in einer Person zusammenlaufen.

Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl liegt bei frauengeführten Unternehmen bei 7,2 Personen inklusive der Inhaberinnen und Inhaber. Männergeführte Unternehmen sind mit durchschnittlich zehn Mitarbeitenden um rund 39 Prozent größer. Beim Umsatz ergibt sich ebenfalls ein Unterschied: Im Median liegt der Umsatz männergeführter Unternehmen mit 288.000 Euro um 23 Prozent über dem Median frauengeführter Unternehmen. Für Steuerberatung und Finanzierungspraxis sind solche Unterschiede nicht als Wertung zu verstehen, sondern als Hinweis auf strukturell andere Ausgangslagen. Kleinere Teams und geringere Umsätze bedeuten häufig weniger Puffer für Investitionen, weniger Delegationsmöglichkeiten und höhere Abhängigkeit von einzelnen Schlüsselpersonen.

Gerade Onlinehändler, Dienstleister oder kleine Pflege- und Betreuungsanbieter, die häufig in sehr knappen Zeitfenstern arbeiten, spüren diese Effekte unmittelbar. Hier entscheidet die Qualität der kaufmännischen Prozesse oft darüber, ob Wachstum kontrolliert gelingt oder ob Komplexität und administrative Last zur Wachstumsbremse werden. Wer die Unternehmensführung breiter aufstellen will, braucht deshalb nicht nur Personalentwicklung, sondern auch eine Prozesslandschaft, die Führung entlastet und Transparenz schafft.

Praxisfolgen für Steuerberatung, Finanzierung und Organisationsentwicklung

Ein weiteres Ergebnis ist für die Organisationsentwicklung besonders interessant: In frauengeführten mittelständischen Unternehmen waren zuletzt 76 Prozent aller Führungspositionen weiblich besetzt. In männergeführten Unternehmen lag der Anteil weiblich besetzter Führungspositionen über alle Ebenen hinweg dagegen bei 14 Prozent. Für die Praxis kann das bedeuten, dass die Besetzung der Spitze einen starken Einfluss auf die Zusammensetzung des Führungsteams und damit auf Rekrutierungswege, Talentförderung und interne Rollenbilder hat. Für Steuerberatende ist dies insofern relevant, als dass sich Entscheidungswege, Risikoneigung und Investitionsprioritäten je nach Managementzuschnitt spürbar unterscheiden können, ohne dass dies zwingend an Branche oder Rechtsform gebunden ist.

Für Finanzinstitutionen ergibt sich daraus ein konkreter Beratungsansatz: Wenn Unternehmen stark von der Inhaberin oder dem Inhaber abhängig sind, sind Maßnahmen zur Stabilisierung und Skalierung der Organisation ein wesentlicher Teil der Zukunftsfähigkeit. Dazu gehören belastbare Liquiditätsplanung, vorausschauendes Working-Capital-Management, verlässliche Kostenrechnung sowie eine Buchführung, die zeitnah aussagefähige Auswertungen ermöglicht. Gerade bei Kleinstunternehmen ist die Versuchung groß, kaufmännische Pflichten „nebenbei“ zu erledigen. In der Praxis führt das jedoch häufig zu verspäteten Steuerungsinformationen, zu höheren Fehlerkosten und zu unnötigem Aufwand bei Jahresabschluss, Betriebsprüfung oder Finanzierungsgesprächen.

Die Zahlen machen außerdem deutlich, dass Führung im Mittelstand nicht nur über Karriereförderung diskutiert werden sollte, sondern über Rahmenbedingungen, die Führung überhaupt praktikabel machen. Dazu zählen planbare Prozesse, klare Verantwortlichkeiten und eine Datenbasis, die Entscheidungen unterstützt. Wer etwa im Dienstleistungssektor oder im Handel mit vielen Einzelbewegungen arbeitet, profitiert besonders von standardisierten Abläufen in der Belegverarbeitung und von zeitnahen Auswertungen, weil sich Preisgestaltung, Personaleinsatz und Investitionen nur dann sauber steuern lassen.

Im Fazit bleibt: Der Anteil von Frauen an der Spitze mittelständischer Unternehmen hat 2025 leicht zugelegt, zugleich ist der Rückgang weiblicher Führungskräfte über alle Ebenen ein Warnsignal für die nachhaltige Entwicklung. Wer diese Trends im eigenen Unternehmen positiv beeinflussen will, sollte neben Personal- und Kulturthemen vor allem organisatorische Engpässe abbauen und die kaufmännischen Prozesse so aufstellen, dass Führungskapazität frei wird. Als Kanzlei begleiten wir kleine und mittelständische Unternehmen dabei, Buchhaltung und Controlling digital aufzustellen und Prozesse zu optimieren, damit spürbare Kostenersparnisse entstehen und die Unternehmensführung wieder mehr Zeit für operative und strategische Entscheidungen gewinnt.

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