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Steuern

EU-Steuerlückenbericht 2025 stärkt Fokus auf Effizienz und Digitalisierung

Ein Artikel von der Intelligent Accounting Steuerberatungsgesellschaft Kassel

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EU-Bericht legt Defizite und Chancen im europäischen Steuersystem offen

Mit der Veröffentlichung des Berichts „Mind the gap“ hat die Europäische Kommission einen umfassenden Blick auf die Effizienz und Stabilität der Steuersysteme in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union geworfen. Im Zentrum steht die Analyse von Steuerlücken, also der Differenz zwischen den theoretisch möglichen und den tatsächlich erzielten Steuereinnahmen. Der Bericht bewertet insbesondere die Entwicklung bei der Mehrwertsteuer und der Körperschaftsteuer, zwei zentralen Säulen nationaler Haushalte, und zeigt gleichzeitig Ansatzpunkte für Reformen und Modernisierung auf. Für Unternehmen bedeutet dies nicht nur ein wachsendes Bewusstsein der europäischen Institutionen für Steuertransparenz, sondern auch neue Anforderungen im Bereich der steuerlichen Compliance und der digitalen Meldestrukturen.

Der Begriff Steuerlücke bezeichnet jenen Anteil an Steuereinnahmen, der aufgrund von Steuerhinterziehung, administrativen Schwächen oder legaler Steuervermeidung nicht erzielt wird. Sie ist damit ein wichtiger Indikator für die Leistungsfähigkeit der Finanzverwaltung und für die Wirksamkeit gesetzlicher Regelungen. Nach Berechnungen der Europäischen Kommission beläuft sich die Umsatzsteuerlücke in der EU im Jahr 2023 auf rund 128 Milliarden Euro, was 9,5 Prozent des theoretischen Steueraufkommens entspricht. Diese Differenz ist Ausdruck der verschiedenen Systeme und Kontrollmechanismen innerhalb der EU-Staaten.

Deutschland im europäischen Vergleich

Deutschland wird in dem Bericht vergleichsweise positiv bewertet. Die Umsatzsteuerlücke liegt mit rund zehn Prozent nahe am europäischen Durchschnitt, insbesondere die Verwaltungspraxis wird als effektiv und reaktionsschnell beschrieben. Bei Hinweisen auf potenziellen Umsatzsteuerbetrug reagiert die deutsche Finanzverwaltung in der Regel innerhalb weniger Wochen, eine Reaktionszeit, die im europäischen Vergleich zu den schnellsten zählt. Auch die Qualität der Registrierungs- und Abmeldedaten wird hervorgehoben, da sie auf risikobasierten Analysen beruht und ein zentrales Fundament für die Bekämpfung des Umsatzsteuerbetrugs bildet.

Nichtsdestotrotz erkennt der Bericht Nachbesserungsbedarf, insbesondere bei der Nachverfolgung und Auswertung von Änderungen in der Steuerverwaltung. Empfohlen wird ein strukturiertes System zur Überwachung und Bewertung von Verwaltungsprozessen, das die Wirksamkeit von Anpassungen in Echtzeit messbar macht. In diesem Punkt sehen sich auch viele mittelständische Unternehmen und ihre steuerlichen Berater mit Herausforderungen konfrontiert, da die Digitalisierung der Verwaltungsabläufe in Deutschland oftmals noch fragmentiert verläuft.

Digitale Transformation als Schlüssel zur Effizienzsteigerung

Ein zentrales Thema des Berichts ist die fortschreitende Digitalisierung der Steuerverwaltungen in Europa. Staaten wie Estland, Finnland oder Portugal gelten hier als Vorreiter, weil sie digitale Systeme integriert nutzen und vorausgefüllte Steuererklärungen auf Basis zentraler Datenbanken bereitstellen. Deutschland zeigt Fortschritte, bleibt jedoch in einigen Bereichen hinter dem europäischen Durchschnitt zurück. So liegt die Quote der elektronisch eingereichten Einkommensteuererklärungen unter dem EU-Mittelwert, während bei der Umsatzsteuererklärung das elektronische Verfahren mit ELSTER zwar weit verbreitet ist, aber noch nicht durchgängig automatisiert funktioniert.

Für kleine und mittlere Unternehmen, aber auch für spezialisierte Branchen wie Pflegeeinrichtungen oder Onlinehändler, bedeutet dies eine zusätzliche Belastung durch parallele Meldesysteme und redundante Dateneingaben. Das sogenannte Once-Only-Prinzip, nach dem Daten nur einmal an eine Behörde übermittelt werden müssen, ist in Deutschland noch nicht vollständig umgesetzt. Unternehmen müssen identische Informationen sowohl an Sozialversicherungsträger als auch an Finanzämter übermitteln, was den administrativen Aufwand und die Anfälligkeit für Fehler erhöht. Die EU möchte mit ihrer Initiative „VAT in the digital age“ diesen Prozess vereinheitlichen und durch den Einsatz von eRechnungen und Echtzeit-Transaktionsmeldungen eine nahtlose Kommunikation zwischen Unternehmen und Finanzbehörden schaffen.

Der Bericht hebt hervor, dass Deutschland mit der Einführung der verpflichtenden elektronischen Rechnungsstellung einen wichtigen Schritt getan hat, um die Modernisierung der Mehrwertsteuererhebung voranzutreiben. Gleichwohl bestehen weiterhin Herausforderungen bei der Integration der unterschiedlichen IT-Systeme der Länder. Die Initiative KONSENS, die eine Vereinheitlichung der Steuer-IT erreichen sollte, hat zwar Fortschritte gemacht, ihr Tempo bleibt aber hinter den Erwartungen zurück. Diese strukturelle Zersplitterung führt dazu, dass viele Prozesse manuell abgestimmt werden müssen und Potenziale der Automatisierung bislang ungenutzt bleiben.

Künstliche Intelligenz und Datenabgleich als Zukunftsfaktoren

Ein weiterer zentraler Punkt des EU-Berichts ist der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Steuerverwaltung. Laut den OECD-Daten nutzen bereits über 70 Prozent der Steuerverwaltungen weltweit KI-basierte Systeme. Auch Deutschland setzt Technologien auf Basis maschinellen Lernens ein, etwa bei der Risikoanalyse, Betrugserkennung und Automatisierung der Steuerprüfung. Besonders positiv wird das vom Bundeszentralamt für Steuern entwickelte Analysewerkzeug X-PIDER bewertet, das ungemeldete Geschäftstätigkeiten auf Onlinehandelsplattformen identifiziert und damit gezielt Steuerbetrug aufdeckt. Für Unternehmen im E-Commerce kann dieser technologische Fortschritt eine Entlastung darstellen, da Prüfprozesse transparenter und nachvollziehbarer gestaltet werden.

Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass der KI-Einsatz auf Landesebene uneinheitlich bleibt und eine bessere Abstimmung zwischen den Bundesländern notwendig ist, um die Effizienzgewinne voll auszuschöpfen. In Nordrhein-Westfalen laufen bereits Pilotprojekte zur automatisierten Bearbeitung von Steuererklärungen, deren Ergebnisse als Grundlage für eine bundesweite Implementierung dienen könnten. Die Bündelung der digitalen Kompetenzen auf Bundesebene wird daher zu einem Schlüsselfaktor für den Erfolg der Steuerverwaltung in Deutschland.

Besonderes Augenmerk legt der Bericht zudem auf den automatischen Informationsaustausch zwischen den Steuerbehörden der EU. Über die sogenannte DAC-Richtlinie werden Daten zu Einkommen, Kapitalerträgen oder Unternehmensgewinnen systematisch ausgetauscht, um internationale Steuervermeidung zu bekämpfen. Deutschland gehört hier zu den effizientesten Teilnehmern mit hohen Abgleichsquoten und einer intensiven Nutzung der bereitgestellten Informationen für Risikoanalysen. Der länderübergreifende Datenzugriff schafft Transparenz und senkt das Risiko doppelter Besteuerung oder unbeabsichtigter Nichtversteuerung.

Fazit: Modernisierung als gemeinsames Ziel

Der Bericht „Mind the gap“ liefert nicht nur einen kritischen Vergleich der europäischen Steuerverwaltungen, sondern auch wertvolle Impulse für nationale Reformen. Für Deutschland ist klar erkennbar, dass die Grundlagen für ein stabiles und verlässliches Steuersystem vorhanden sind, die Modernisierung jedoch noch beschleunigt werden muss. Die Digitalisierung der Steuerverwaltung bietet erhebliches Potenzial zur Effizienzsteigerung, sowohl in der Verwaltung als auch in den Unternehmensprozessen. Wer frühzeitig auf automatisierte Abläufe und standardisierte Schnittstellen setzt, reduziert Fehlerquellen, spart Ressourcen und gewinnt wertvolle Zeit für das Kerngeschäft.

Unsere Kanzlei unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei dieser Entwicklung mit praxisnahen Lösungen zur Prozessoptimierung in der Buchhaltung und zur digitalen Transformation. Durch langjährige Erfahrung in der Automatisierung steuerlicher Abläufe helfen wir Mandanten, wirtschaftlich effizienter zu arbeiten und die Chancen der zunehmend digitalen Steuerwelt optimal zu nutzen.

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